Sonntag, 13. Mai - Machatschkala / Moskau

Fazit

Machatschkala ist ein Moloch und Chaos aus Kebabständen, Hochzeitskleidershops und Moscheen, einem irren Nebeneinander an bunten Werbepostern. Ein paar Meter weiter trennen die Tristesse grauer Sowjetwohnblocks von einem fröhlichen Strandspektakel am kaspischen Meer mit Volleyball- und Strandfußballspielern, Picknicks und muskelbepackten Ringern beim Training. Oder wie man es auch abschließend ausdrücken könnte: „We finally made it to the Caspian Sea.“

Ein letzter Rundgang durch die Stadt am Sonntagmorgen bevor es dann zum Flughafen Richtung Moskau geht. Bis auf die Tatsache, dass man mich nicht im System findet und daher nicht mitfliegen lassen möchte, passiert nicht viel. Was mich aber auch nicht wundert, denn die Flughäfen im Kaukasus sind berüchtigt für ihre mangelhafte Ausstattung. Man ist dort schon froh, wenn es warmes Wasser oder elektrisches Licht gibt.

In Moskau selbst ist es schon früher Abend und außer einem kleinen Spaziergang ist nicht mehr allzuviel drin. Zumindest bietet der rote Platz in der angehenden Dämmerung noch einige interessanten Fotomotive. Und dann ist da noch der Biergarten in der Nähe des Kremls. Zum Bürgermeister (Burgomistr) heißt das Etablissement, was mit schon vor 9 Jahren negativ aufgefallen war. Als erstes bekommt man gesagt, was alles aus ist, die Bedienungen sind langsam, faul, frech und arrogant. Ich muss feststellen: Es hat sich nichts geändert. Wie der Schuppen überlebt hat, ist mir ein Rätsel.

Zum Schluss noch ein kleines Fazit:

Ossetien: der gemütlichste Part mit der Hauptstadt Vladikavkaz, dessen Hauptstraße Abends und am Wochenende zur Flaniermeile wird und wo die Bürger unter der Beschallung russischer Schnulzen ihre Weges gehen.

Inguschetien: der abartigste Part, in dem die Scharia regiert und russisches Recht ad Absurdum geführt wird

Tschetschenien: der interessanteste Part, in dem mit vielen Rubeln aus Moskau unter der Herrschaft eines Despotenclans alles auf Hochglanz poliert ist.

Dagestan: der landschaftliche schönste Part mit viel Zeit zum Wandern und dem Kaspischen Meer

Und zu allerletzt Fazikau: die Polizeistation in Ossetien mit Übernachtungsmöglichkeiten zum Nulltarif